Kreuz und quer durch Faerûn

 

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Kapitel 2, 69.


Widerwillig folgte Vandra dem Magier in das Unheil verkündende Innere des Tempels. Und riss erstaunt die Augen auf. Die Halle hier war riesig. Sie befanden sich auf einer kreuzförmigen Plattform, die einige Meter über dem Boden angebracht war, und deren Enden die Wände berührten, wo Türen in offenbar angrenzende Räume führten. Inmitten der Plattform befand sich eine riesige Statue, zwei dreimal mannshohe Hände, die eine ebenso große Kugel hielten. Neben und auf der Plattform waren einige Statuen aufgestellt, beeindruckende Bilder wachender Bewaffneter.
"Ouh", machte Vandra erschlagen und konnte ihren Blick nicht von den Wänden, der Decke und den Statuen der Halle lösen, bis plötzlich jemand vor ihr stand und auf sie herabblickte.
"Helm zum Gruße", donnerte er mit der festen Stimme, die den Helmpriestern im Allgemeinen eigen zu sein schien. Es dauerte einen Augenblick, bis Vandra ihre Stimme wiederfand.
"Äh... Hallo", erwiderte sie unbeholfen den Gruß und versuchte, sich zusammenzureißen. Sie holte tief Luft und suchte Worte zusammen um ihr Anliegen vorzutragen, als ihr Gegenüber nach rechts wies, mild lächelte und erklärte: "Ihr findet ihn hinter dieser Tür." Vandra hatte das Gefühl, als fiele ihr gleich das Kinn aus dem Gesicht und starrte den Priester entgeistert an.
8.9.06 08:19


Kapitel 2, 70.


Xian blickte sich seinerseits begeistert um und registrierte nur halb, was der Tempelwächter von sich gab. In der Erwartung, dass Vandra noch irgendetwas sagen würde, ließ er seine Blicke weiter über die beeindruckende Architektur dieses Ortes schweifen. Als Vandra sich aber weiterhin still verhielt, löste er seine Augen von der Pracht und blickte sie an. Sie stand noch immer wie angewurzelt da und starrte den stattlichen Priester an.
Xian fragte sich kurz, was der Helmit gesagt haben mochte, registrierte erleichtert, dass dieser noch immer in eine gewisse Richtung zeigte und stellte mit einem schnellen Blick in die selbige fest, dass sich dort eine Tür befand.
"Habt besten Dank! Na dann wollen wir mal…" Als die Diebin, die anscheinend in einer Art Hypnose gefangen zu sein schien, immer noch keine Anstalten machte, sich zu bewegen, fasste er sie an beiden Schultern und schob sie sanft aber bestimmt in Richtung Tür. Dann endlich schien sie auch in der Lage zu sein, sich wieder eigenständig zu bewegen. Xian öffnete die Tür und hielt sie Vandra zuvorkommend auf.
25.9.06 17:26


Kapitel 2, 71.


"Hast du das... er hat... wieso... woher hat er das...", stotterte Vandra, während sie den kleinen Raum betraten. Er war überraschend karg eingerichtet, jedenfalls im Vergleich zu der großen Halle, aus der sie gerade kamen. "Oh, hallo", grüßte sie dann, als plötzlich jemand vor ihr stand und sie fragend musterte.
"Helm zum Gruße", erwiderte der junge Mann vor ihr freundlich, aber mit der den Helmiten eigenen Autorität in der klaren Stimme. "Ihr habt nach mir gesucht?"
Vandra schüttelte Xians Hand ab und atmete kurz frustriert durch. Das hier war nicht ihr Metier. "Ihr seid Taranis?", fragte sie und fuhr auf sein Nicken hin fort: "Dann haben wir nach Euch gesucht. Ich bin Vandra, und das hier ist Xian. Wir sind auf der Suche nach Nalia D'Arnise. Man sagte uns, dass Ihr wohl ebenfalls nach ihr gesucht habt." Erwartungsvoll sah sie ihn an.
"Was wollt Ihr von ihr?", hakte Taranis nach. "Sie zurück zu ihrem Vater bringen, er hat uns gebeten, sie zu finden. Macht sich große Sorgen", erklärte Vandra und nickte bekräftigend.
"Er hat Euch Geld geboten", stellte der Priester berichtigend fest. Ertappt verschränkte Vandra die Arme vor der Brust. "Spielt das eine Rolle?" Taranis nickte bedächtig, wobei Vandra allerdings nicht wusste, ob das eine Antwort auf ihre Frage war, oder ob er nur in Gedanken war. "Warum sucht Ihr sie denn?", stellte Vandra die Gegenfrage.
Taranis schien einen Augenblick zu überlegen, ob er die Frage überhaupt beantworten sollte, dann nickte er und wies auf zwei Stühle. "Bitte, setzt Euch doch." Während Xian und Vandra der Aufforderung nachkamen, fuhr Taranis fort: "Tatsächlich suche ich eigentlich nicht nach Nalia D'Arnise. Nicht vordergründig", erklärte er. Forschend sah Vandra ihn an. Als er keine Anstalten machte, weiterzusprechen, machte sie eine hilflose Handbewegung. "...Ja...?"
"Tatsächlich suche ich nach meinem Bruder, Arad." Vandra wechselte einen Blick mit Xian, um herauszufinden, ob ihm der Name etwas sagte. Erwartungsgemäß schien dem nicht so und Vandra wandte sich wieder an Taranis. "Und was hat das mit Nalia zu tun?"
"Naja..." Irrte Vandra sich oder druckste der Priester da tatsächlich ein wenig herum? "Ich will es nicht an die große Glocke hängen und es wäre gut, wenn Ihr darüber Schweigen bewahren könntet." Fragend sah er die beiden vor sich an. Als sie nickten, fuhr er fort: "Ich... habe Grund zu der Annahme, dass die beiden sich öfter... getroffen haben. Hin und wieder. Und dass daher das Verschwinden Nalias und das meines Bruders in Zusammenhang stehen könnten."
"Ich verstehe", nickte Vandra grinsend. "Und Nalia ist natürlich bekannter als Euer Bruder. Habt Ihr denn irgendeinen Hinweis darauf, wo sie sein könnten?"
Taranis schüttelte den Kopf. "Es gibt viele Möglichkeiten. Sie könnten durchgebrannt sein. Oder entführt worden. Das-" "Entführt?", fiel Vandra ihm ins Wort. "Ich dachte, sie wäre recht beliebt, wer sollte sie denn entführen wollen? Und warum?"
"Nun ja... es... es fällt mir schwer, einen solchen Verdacht auszusprechen, zumal es dafür gar keine Anhaltspunkte gibt... nein, ich denke, ich irre mich. Vergesst es."
"Das können wir immer noch, wenn Ihr uns Euren Verdacht mitgeteilt habt", stellte Vandra fest und sah ihn aufmunternd an. Taranis atmete tief durch. "Naja, sie... ist verlobt. Mit einem Roenal..." "Oh...", machte Vandra und erklärte Xian leise und gewichtig - und stolz, sowas zu wissen: "Großes Adelshaus. Scharf auf die Festung D'Arnise."
29.9.06 09:07





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