Kreuz und quer durch Faerûn

 

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Kapitel 2, 37.


Xians freundliches Lächeln wurde für einen Sekundenbruchteil zu einer Grimasse. "Ja. Ganz billig sind sie wirklich nicht." Er verschwieg lieber, dass er diese und ein paar andere Tränke bei seinem heimlichen Aufbruch aus Niewinter aus dem Labor seiner Mutter hatte mitgehen lassen. Sie hatte Massen davon, um diese in ihrer Enklave an Mitglieder und freie Magier zu verkaufen. Der eine oder andere fehlende Trank würde da nicht weiter auffallen. Das hoffte er zumindest.
Wieso hatte er eigentlich Skrupel, einer Diebin von einem Diebeszug zu erzählen?
"Aber was ist schon der teuerste Zaubertrank gegen ein gerettetes Leben?", fügte er übertrieben dramatisch hinzu und setzte ein breites Grinsen auf.
20.5.06 22:03


Kapitel 2, 38.


Vandra sah Xian kurz mit zusammengekniffenen Augen an. Woher er das Geld letztendlich wohl gehabt hatte? Aber vermutlich war er aus einer wohlhabenden Familie, sonst hätte er ja auch kaum eine Akademie besuchen können. Sie warf das leere Fläschchen beiseite und fühlte sich eigentlich schon wieder genesen genug, aufzustehen. Mit einer Hand am Baum erhob sie sich, ordnete ihre Kleidung und klopfte sich den Staub ab. Dann warf sie einen Blick über die Lichtung. Sie sollten hier wirklich nicht allzu lange bleiben.
"Der Bogen!", fiel ihr ein, "Ich hab ihn fallen gelassen... das muss... da gewesen sein." Sie wies in die Richtung, aus der sie gekommen war und verschwand gleich darauf im Gebüsch, um den neuen Kurzbogen zu suchen, der immerhin nicht ganz billig gewesen war.
20.5.06 22:19


Kapitel 2, 39.


Erleichtert über die schnelle Genesung ließ Xian sein zweites Reservefläschchen wieder in der Robe verschwinden. Als er aufblickte, war von Vandra nicht mehr zu sehen, als das wackelnde Laub, das sich hinter ihr geschlossen hatte. Ja. Verschwinden konnte sie gut.

Etwas verdunkelte hinter ihm die Sonne. Xian blickte fragend zu dem großen Krieger auf.
"Interessant. Ich frage mich, was sich noch so alles in Euren Taschen verbirgt."
Xian brachte einen Schritt zwischen sich und den Söldner. Was war denn das jetzt wieder für eine Anspielung? "Warum? Denkt Ihr etwa daran, mich auszuplündern?"
Cernd grinste. "Aber nicht doch! Ich wüsste nur gern, welchen Vorteil uns die Tränke im nächsten Gefecht bringen könnten."
Xian lächelte unsicher. "Nun, dann werde ich mich für Eure Lektion im Entfernen von Pfeilen sogleich mit einer kleinen Trankkunde revangieren."
Der gepanzerte Riese nickte. "Fein. Dann fangen wir doch gleich an. Das wird uns den Weg nach Atkatla verkürzen." Und etwas lauter fügte er hinzu: "Wir gehen dann schon einmal vor. Kommt einfach nach, wenn Ihr Euren Bogen gefunden habt."
Xian überlegte, ob es nicht klüger... und freundlicher gewesen wäre, auf Vandra zu warten. Aber Cernd entfernte sich bereits. Xian eilte ihm hinterher.
30.5.06 19:54


Kapitel 2, 40.


Wenig später fand Vandra den fallengelassenen Kurzbogen, hob ihn auf, entfernte ein paar Gräser und Dreck davon, entspannte ihn und steckte ihn in den Köcher.
Dann folgte sie - ein wenig verärgert über Cernd und Xian, die so achtlos davon gestapft waren - ihren beiden Begleitern.

Sie erreichten Atkatla rechtzeitig, bevor die Sonne hinter den Dächern verschwand. Kurz darauf betrat Vandra hinter den beiden Männern die Kupferkrone, die wie immer wohlgefüllt war mit allerlei illustren Gästen. Sie blieben kurz hinter der Tür stehen, um sich umzusehen.
Vandra war inzwischen todmüde und hatte das auch einmal auf den letzten Kilometern fallen lassen, desto froher war sie, endlich angekommen zu sein. Doch es war wohl schlauer, die Informationen, die sie suchten, schon heute Abend einzuholen.
Aufmerksamkeit heischend tippte sie dem Kleiderschrank mit dem Zeigefinger an die Schulter, merkte dann, dass das ja gar keinen Sinn hatte, weil er das durch den Panzer gar nicht merken konnte, und klopfte dann mit einem "Klongklong" an.
"Ihr solltet mir das Reden überlassen. Mir wird man hier noch am ehesten Auskünfte geben. Und ein wenig Taschengeld könnte dafür auch nicht schaden." Sie strahlte Cernd an und streckte fordernd ihre Hand aus.
30.5.06 20:34


Kapitel 2, 41.


Nach einem langen Marsch und Xians ermüdenden Vortrag über diverse Zaubertränke und deren Wirkung war der Krieger froh, endlich angekommen zu sein. Schon seit sie das Tor passiert hatten, war der Hexenmeister seltsamer und glücklicher Weise verstummt. Und auch der Blondschopf war erträglich gewesen, wenn man von der einen oder anderen Beschwerde über wunde Füße einmal absah. Alles wonach es ihn jetzt noch verlangte, war ein kühler Humpen Bier und…"Klonklong"
Cernd drehte sich um, hob eine Augenbraue und blickte spöttisch auf Vandra herab, während diese ihr Anliegen schilderte.
"Sieh einer an. Ein Wolf bittet mich um Futter. Und das mitten in einer Schafherde. Seid Ihr sicher, dass Ihr nicht erst in den Taschen der anderen nach Gold suchen wollt? "
31.5.06 19:07


Kapitel 2, 42.


Was für ein Idiot. Vandra stemmte wie eine resignierte Mutter die Hände in die Hüften und blitzte ihn verärgert von unten an.
"Euch ist schon bewusst, dass wir hier sind, um Informationen zu kriegen? Und dass ich die von Bernard kaum bekommen werde, wenn ich im selben Moment seinen Gästen das Geld abnehme? Und dass wir diese Informationen noch viel weniger - um nicht zu sagen *niemals* - bekommen werden, wenn ich - auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür natürlich sehr gering ist - erwischt werde?
Außerdem bin ich verdammt noch mal müde und habe jetzt überhaupt keine Lust dazu, also gebt mir das Geld, wir können es uns später immer noch woanders zurückholen."
Sie streckte erneut die Hand aus, diesmal weitaus fordernder.
31.5.06 19:17





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