Kreuz und quer durch Faerûn

 

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Kapitel 2, 18.


Der Hexenmeister lächelte ihr entgegen. Dass Vandra endlich kam, war für ihn eine willkommene Erleichterung. Denn bis jetzt hatte sich die Konversation mit Cernd auf ein gegrummeltes „guten Morgen“ beschränkt. Und auch Xians Zunge war vorsichtiger geworden, seit er gestern gesehen hatte, wie der Krieger mit Vandra umgesprungen war. “Ich muss sagen, die Nacht war ein
wenig kurz, aber recht erholsam. Wie es wohl ist, immer in einem so weichen Bett nächtigen zu können?“
2.4.06 16:54


Kapitel 2, 19.


„Das kann ich dir sagen, Kleiner. Nach dieser Nacht kann ich mir denken, weshalb so viele Adlige eine so steife Haltung an den Tag legen und so sauertöpfisch dreinblicken. Es muss die Hölle sein, sein Leben lang in solchen Betten liegen zu müssen.“ Cernd drehte seinen Kopf und löste damit ein lautes Knackgeräusch aus. Dann seufzte er und lehnte sich zurück. „Wir drei Hübschen werden also wieder nach Atkatla gehen, ja? Gehe ich recht in der Annahme, dass Ihr Euch in der Stadt einigermaßen auskennt, Vandra?“
2.4.06 16:56


Kapitel 2, 20.


Vandra hatte ihren Teller gefüllt und setzte sich auf den Tisch, der neben dem ihrer beiden neuen Begleiter stand. Den Teller hielt sie in der Hand und nahm mit der anderen nach und nach die Stückchen ihres Frühstücks zu sich. Überrascht zog sie die Augenbrauen hoch, als der Berg eine Art Scherz zu machen schien und verzog kurz schmerzhaft das Gesicht, als er sein Genick knacken ließ. Das klang irgendwie nicht gesund, aber er war ja auch schon ein gutes Stück älter als sie, da war das womöglich normal.
Sie nickte. "Allerdings", bestätigte sie und fragte sich, ob er auf etwas bestimmtes hinauswollte. 'Einigermaßen. Pah.' "Ich bin dort aufgewachsen und kenne jede Gasse", erklärte sie, "Es gibt immer irgendwo jemanden, der einem die Informationen geben kann, die man sucht. Wenn Nalia in der Kupferkrone war, dann hat sie auch irgendjemand gesehen."
2.4.06 17:15


Kapitel 2, 21.


"Fein. Wenn wir Glück haben, ist der Auftrag schnell erledigt. Ich wette, das Püppchen sitzt irgendwo in Atkatla fest und weiß sich selbst nicht zu helfen“, meinte Cernd und schnitt sich eine dicke Scheibe Käse herunter.
2.4.06 21:35


Kapitel 2, 22.


Xians Augen klebten an Vandra, als diese sich auf dem Tisch niederließ. Ein Schmunzeln glitt über sein Gesicht. Sie saß schon wieder auf dem Tisch. „Ihr haltet nicht viel von normalen Stühlen, wie?“
Dann wurde er wieder ernster und antwortete Cernd: „Aber wenn wir Pech haben, dann ist sie inzwischen sonst wo. Immerhin hat sie es wohl mehr als einmal geschafft, sich aus der Burg heraus zu schleichen und ist obendrein schon ein paar Mal in den Slums unterwegs gewesen. So hilflos kann sie Also nicht sein. Und wenn sie entführt worden wäre, hätte der Fürst inzwischen
schon eine Lösegeldforderung auf dem Tisch, meint Ihr nicht?“
2.4.06 21:42


Kapitel 2, 23.


Vandra warf Xian ein nonchalantes Grinsen zu. Stühle waren langweilig.
Sie hörte sich seine Bedenken an und ergänzte dann: "Und die ganz pessimistische Variante wäre, dass sie mit einem Dolch im Rücken in irgendeiner Gasse liegt. Oder gar auf dem Grund des Hafenbeckens." Sie zuckte die Schultern. "Manche meiner Kollegen sind weniger zivilisiert. Aber wenn dem so ist, werden wir das... also werde ich das herausfinden. Sagt mal, das Geld kriegen wir nur, wenn wir sie wohlbehalten zurückbringen, ja? Verdammt."
3.4.06 11:28


Kapitel 2, 24.


Cernd nickte und fragte sich, was Vandra wohl unter 'zivilisiert' verstand.
„Nun, ich glaube zwar durchaus, dass es in diesem Falle eine kleine Aufwandsentschädigung gäbe. Aber sicher keine, die den Aufwand wirklich lohnte. Allerdings... würde das dann wohl erklären, warum niemand eine Lösegeldforderung oder ähnliches stellt. Na dann hoffen wir mal, dass der Kleinen nichts dergleichen passiert ist, nicht wahr?" Mit gespielter Sorge blickte er zu der Diebin hinüber und lächelte böse.
4.4.06 22:09


Kapitel 2, 25.


Vandra runzelte die Stirn und zuckte unwillkürlich zurück. Das, was der Oger da mit seiner Miene anstellte, war ja fürchterlich, beinahe angsteinflößend.
Sie wollte gerade Luft holen, um ihn zu bitten, sowas zukünftig zu lassen, als die Tür aufging und der Diener eintrat, der sie gestern Abend in ihr Zimmer gebracht hatte. Als der sie auf dem Tisch sitzen sah, machte sich auf seinem Gesicht ein tadelnder Zug breit, der dafür, dass er kaum einen Gesichtsmuskel bewegte, ziemlich eindringlich war.
Dennoch blieb Vandra sitzen, wo sie war und bemühte sich auch nicht um eine höflicher Haltung, während der Mann an den Tisch von Xian und Cernd trat und ein klimperndes Bündel darauf ablegte.
"Guten Morgen", eröffnete er in einem Tonfall, der klar machte, dass dieser Gruß eine bloße Floskel war, "Seine Durchlaucht, Fürst D'Arnise, hat mich gebeten, Euch dies hier für Eure Auslagen auszuhändigen", erklärte er, "Zweihundertfünfzig Goldmark sollten ausreichen, um Euch während Eurer Untersuchungen versorgen zu können. Er erinnert Euch noch einmal an seine Bitte, auf dem Laufenden gehalten zu werden, und wünscht Euch viel Erfolg und eine gute Reise." Er warf noch einen Blick in die Runde, um abzuwarten, ob sie noch Fragen hätten, dann meinte er "Guten Tag", drehte sich um und verließ den Raum.
Interessiert fixierte Vandra das verlockende Bündel, stand auf und näherte sich dem Geld.
5.4.06 21:46


Kapitel 2, 26.


Cernd kam Vandra zuvor. Rasch schlossen sich seine Finger um den Beutel. Das Aufflackern von Enttäuschung in den Augen der Diebin nahm er mit großer Genugtuung zur Kenntnis. Es gelang ihm nicht ganz, ein selbstgefälliges Lächeln zu unterdrücken. „Da Ihr, Vandra, als unsere Informantin in Atkatla wohl sehr beschäftigt sein werdet, ist es nur recht und billig, dass wir uns um die Vorräte kümmern.“

Bald darauf brachen sie auf.
12.4.06 08:21


Kapitel 2, 27.


Sie waren schon ein paar Stunden unterwegs gewesen. Vandra und Xian hatten sich gut unterhalten und Vandra hatte sich sogar ein wenig mit dem niedlichen Drachen angefreundet, während Cernd sich eher bedeckt gehalten hatte und die meiste Zeit über ein paar Schritte vor ihnen gelaufen war. Vandra war allerdings der Meinung, wenn sie schon miteinander reisten, dann sollten sie auch ein wenig mit einander bekannt werden. Außerdem ging ihr sein Geschepper auf den Geist.
"Wenn Ihr Euch in Atkatla schon um Vorräte kümmert, wie wäre es dann mit einer Rüstung ohne dieses Geschepper, die nicht allen Hobgoblins im Umkreis von zehn Kilometern verrät, dass wir hier langgehen? Was habt Ihr denn bisher gemacht, dass Euch das Blechteil so ans Herz gewachsen ist?"
12.4.06 08:45


Kapitel 2, 28.


Cernd blieb abrupt stehen. Das war doch nicht zu fassen. Nicht genug, dass die Beiden ihm mit ihrem Geschwafel über Kochrezepte aus Niewinter und die aktuelle Mode aus Atkatla schon den ganzen Weg über gehörig auf die Nerven gegangen waren. Nein! Jetzt ließ sich die Diebin auch noch über seine Rüstung aus. Sie war ein wertvolles Geschenk seiner Geliebten gewesen, das garantieren sollte, dass er immer heil und gesund zu ihr zurückkehren würde. Als er sie bekommen hatte, war sie von makellosem metallenem Glanz gewesen.
Mit dem Gedanken an diesen Tag kam eine Woge des Schmerzes und der Trauer über ihn. Niemand hatte das Recht dazu, sich darüber lustig zu machen. Langsam und voller Zorn drehte er sich um und warf der Diebin einen bösen Blick zu. Mit einer Hand klopfte er fast liebevoll über das nun schwarz gefärbte und stumpfe Metall.
„Dieses 'Blechteil', wie du es nennst, hat mir schon sehr oft das Leben gerettet. Sollen mich die Monster ruhig kommen hören. Das gibt ihnen die Gelegenheit, sich vor mir in Sicherheit zu bringen. Und außerdem hält sie bedeutend mehr aus. Denk das nächste Mal daran, wenn eine Klinge deinen Lederwams durchdringt und dir ins Flei...“

Weiter kam er nicht. Das Schoßtierchen des Magiers flog kreischend auf. Irgendetwas sirrte heran und schrammte an seinem Rückenpanzer vorbei. Cernd duckte sich, blickte in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war und schaute das feixende Gesicht eines Hobgoblins, der sich anschickte, den nächsten Pfeil auf die Sehne zu legen. Aber der Pseudodrache schoss heran
und brachte den Bogenschützen aus dem Konzept. Um sie herum grölte und grunzte es. Drei weitere seiner Artgenossen kamen
mit gezückten Kurzschwertern aus dem Gebüsch. Cernd fluchte, zückte den Streitkolben und blickte sich kurz nach seinen Begleitern um, die sich gerade in die Büsche zurückzogen.
18.4.06 21:00


Kapitel 2, 29.


Vandra war ziemlich beeindruckt, als der Muskelprotz tatsächlich mehr als zwei zusammenhängende Sätze sprach, allerdings noch beeindruckender war die Präzision, mit der einer der plötzlich durch die Luft sirrenden Pfeile direkt vor ihren Füßen landete.
"Aah!", stieß sie überrascht aus und schlug sich vom Zentrum des Kampfplatzes weg in die Büsche, wo sie einen Pfeil auf die Sehne ihres neuen Kurzbogens legte. Nicht, dass sie damit besonders gut umgehen konnte. Warum hatte sie sich eigentlich nicht einfach ein paar Wurfmesser zugelegt?!
Ein Blick über den Platz, der gerade dabei war, sich in ein Schlachtfeld zu verwandeln, verschaffte ihr einen Überblick über das Kampfgeschehen. Da waren drei Hobgoblins, die sich Cernd und Xian mit Kurzschwertern näherten, während von außen Pfeile in ihre Richtung flogen. Den Pfeil, den sie gerade auf die Sehne gelegt hatte, schoss sie auf einen der drei Nahkämpfer und traf - die linke Wade eines der Kreaturen.

"Großartig", stöhnte Vandra und versuchte noch einmal herauszubekommen, von wo denn die anderen Pfeile alle kamen. Endlich entdeckte sie links von sich einen Bogenschützen, der ebenfalls einen Kurzbogen benutzte, sich damit aber nicht viel geschickter anstellte, als sie selbst. Sie schwang ihren Bogen über die Schulter, zückte einen Dolch, schlich sich in einem Bogen leise hinter dem Hobgoblin an und schnitt ihm mit einer geglückten Bewegung die Kehle durch.
Igitt. Hobgoblinblut.
Doch es blieb ihr keine Zeit, sich die Hände abzuwischen, denn da waren doch noch mehr von diesen Viechern gewesen. Schnell hatte sie den zweiten Bogenschützen ausgemacht und steuerte auf ihn zu, als sie plötzlich aus den Augenwinkeln etwas Leuchtendes ausmachte. Sie drehte ihren Kopf in die Richtung und blickte völlig fasziniert vier rot strahlenden Kugeln hinterher, die wohl vom Hexenmeister ausgehend in weitem Bogen auf einen der Nahkämpfer zuflogen und ihn schließlich trafen, jeweils zwei auf jeder Seite. Noch immer vollkommen eingenommen von diesem ungewöhnlichen Bild starrte Vandra auf den nun tot umkippenden Hobgoblin, bis ihr wieder einfiel, wo sie war und was sie gerade vorgehabt hatte. Sie wandte sich wieder ihrem Ziel zu - das ihr plötzlich sehr aufmerksam entgegenblickte, mit einem gespannten Bogen, dessen Sehne es gerade losließ. Mit einem entsetzten Laut zog Vandra den Kopf ein und ließ sich fallen, während der Pfeil über sie hinwegsurrte. Das Geräusch, das er dabei machte, gefiel ihr gar nicht, es erinnerte so sehr an das Durchschneiden von Leder, und kurz darauf bemerkte sie auch ein scharfes Brennen an ihrem linken Schulterblatt.
"Au", erklärte sie wütend und stand auf vorsichtig auf. Irgendwie fühlte sich das seltsam an. Tatsächlich. Der Pfeil war in den Spalt zwischen dem Lederpanzer und ihrer Haut eingedrungen und im Kampf Haut gegen Pfeil hatter letzterer eindeutig gewonnen. Fluchend stürmte sie auf den Hobgoblin zu, der hektisch einen neuen Pfeil auf die Sehne zu legen versuchte.
20.4.06 13:14


Kapitel 2, 30


Oh nein. Nicht schon wieder... Xian blickte sich etwas ratlos um. Wo war denn Vandra geblieben? Das war nicht gut. Gar nicht gut. Der Hexenmeister atmete tief durch, um sich selbst zu beruhigen. Aber das gelang ihm nicht ganz. Einige Sekundenbruchteile grübelte er. Schützen. Er musste sich zuerst schützen. Wie ging noch gleich der Spiegelzauber? Ein Klirren riss ihn aus seinen Gedanken. Cernd begann, mit dem Streitkolben auf sein erstes Ziel einzuprügeln. Ein paar Meter neben ihm brüllte ein weiterer Hobgoblin auf und starrte auf den Pfeil in seinem Bein. Das musste Vandra gewesen sein. Es wurde Zeit, dass er auch etwas unternahm.
Xian streckte seine Finger aus und murmelte den erstbesten Zauberspruch, der ihm einfiel. Er fühlte, wie die Energie seinen Arm hinab kroch und sich in der Hand bündelte. Ja. Gut! Jetzt brauchte er nur noch ein Ziel. Er wählte das noch unversehrte Ungeheuer in der Mitte aus. Die magischen Geschosse lösten sich von seiner Hand und fanden ihr Ziel. Na bitte! Der hatte gesessen. Das Monster fiel um. Xian blickte zu Cernd hinüber und bekam noch rechtzeitig mit, wie dieser den Streitkolben mit dem Kopf des Hobgoblins kollidieren ließ. Ein grässliches Knacken begleitete diesen Schlag. Aua... Der Krieger wandte sich gerade dem am Bein verletzten Banditen zu, als ein vierter Hobgoblin mit wütendem Heulen aus dem Dickicht stürmte. Er versuchte, seine Arme schützend über sein Gesicht zu halten, das ziemlich zerkratzt aussah. Seine kleine Pseudodrachin stürzte sich wieder und wieder auf ihn hinab. Nein, wie tapfer sie doch war! Xian war unglaublich stolz, auf sein kleines Schoßtierchen. Er beschloss, seiner kleinen Gefährtin ein wenig zur Hand zu gehen, eilte mit seinem Stab hinterher und verpasste dem inzwischen letzten Hobgoblin einen beherzten Schlag auf den Hinterkopf. Bei ihm knackte es nicht. Aber der stinkende Bursche ging betäubt zu Boden.
"HaHA! Grallam! Komm her. Du warst einfach toll!" Die kleine Echse flatterte ihm gehorsam in die Arme. Er kraulte sie liebevoll.
Ein großer Schatten verdunkelte das Licht. Xian drehte sich erschrocken um und sah Cernd vor sich. Dieser wischte sich leicht schnaufend mit dem Handrücken über die Nase und grinste. "Jetzt weiß ich auch, wie Euch ein paar Hobgoblins so viel Ärger machen konnten. Habt Ihr damals auch so unschlüssig in der Gegend herumgestanden?“ Xian setzte ein entschuldigendes Lächeln auf. "Nun... Ein Zauber will gut überlegt sein..." Er zuckte mit den Schultern.
20.4.06 20:55


Kapitel 2, 31.


Der Hobgoblin hatte den Pfeil auf der Sehne, bevor Vandra ihn erreicht hatte. Sie fluchte erschrocken und warf sich hinter einen Baum in Deckung, kurz darauf landete irgendwo links von ihr ein Pfeil. Sie holte tief Luft. Der Pfeil, der noch immer in ihrem Panzer steckte, tat inzwischen höllisch weh und vor ihren Augen tanzten bunte Sterne. Sie beschloss, einfach noch ein Weilchen sitzen zu bleiben.
Zwei Atemzüge später übermannte sie die Neugier und vorsichtig warf sie einen Blick um den Baum.
Nichts. Niemand. Wo war er hin?!
Sie hielt gründlicher Ausschau, stellte sicher, dass er nicht einfach nur auf der anderen Seite des Baumes war. Der Baumstamm wäre zwar nie breit genug gewesen, einen Hobgoblin dahinter zu verstecken, aber man konnte ja nie sicher genug gehen.
Vorsichtig richtete sie sich auf und hielt sich dabei am Baumstamm fest.
Durch das Gebüsch sah sie, wie sich Xian und Cernd unterhielten, also konnte dort keine unmittelbare Gefahr mehr sein. Sie ging ein paar vorsichtige Schritte in die Richtung des Ortes, an dem der Bandit gerade noch gewesen war und sah den Hobgoblin nun in einiger Entferung wegrennen. Erleichtert atmete sie aus, nur um festzustellen, dass auch diese Bewegung dazu führte, dass sich der Pfeil ein Stück in der Wunde bewegte. Sie versuchte, ihn herauszuziehen, aber das tat nur noch mehr weh und irgendwie schien sich der Pfeil auf der einen Seite im Lederpanzer verfangen zu haben.
Sie fluchte. Und überlegte, was schlimmer war: Der Pfeil oder das Gesicht, das Cernd machen würde. Denn mit einem metallenen Panzer wäre das ja nicht passiert.
Vandra seufzte ergeben, dann ging sie zu den anderen beiden.
"Könnte... könnte mir mal bitte jemand zur Hand gehen?", fragte sie resigniert und wies auf den Pfeil. "Der hat sich... irgendwie verhakt... Xian?" Cernd mochte zwar mehr Erfahrung haben, aber er würde sicher nicht zimperlich sein. Da hatte sie zu dem Magier mehr Vertrauen.
22.4.06 22:32


Kapitel 2, 32.


Während Xian Vandra sofort zu Hilfe eilte und sie stützte, konnte Cernd nicht umhin, zufrieden und selbstgefällig in sich hinein zu grinsen.
Überhaupt hatte sich die Laune seit Ende des Kampfes erheblich gebessert. Der Kampf hatte einen Großteil seines Zorns verrauchen lassen. Er verschränkte die Arme vor seiner Brust und sah zu, wie Xian der Diebin half, sich am Fuße eines Baumes nieder zu setzen, um sich die Wunde anzusehen. Ratlos betrachtete er die Schulter von allen Seiten, griff dann nach dem Schaft des Pfeils und zog seine Hand hastig wieder zurück, als Vandra vor Schmerz leicht aufstöhnte.
Cernd schüttelte amüsiert den Kopf und ging schließlich zu ihnen, um beide von ihren Qualen zu erlösen.
Er kniete neben seinen Gefährten nieder, um sich die Wunde selbst anzusehen. Mit seinen großen schwieligen Händen betastete er Vandras Schulter.
"Tja... Das Leder hat er durchschnitten. Aber das Schulterblatt hat ihn aufgehalten." Er zwinkerte Vandra mit einem Auge zu, wurde dann aber wieder ernst. Dann zog er einen Dolch und rempelte Xian mit dem Ellenbogen leicht an." Jetzt pass auf, großer Magus und lerne."
Vorsichtig schnitt er damit das Leder ihres Panzers ein bisschen weiter auf und spreizte es auseinander. Dann drückte er den Oberkörper der Diebin an den Baumstamm. Und legte seine Hand auf die Schulter, so dass der Schaft des Pfeils zwischen seinen Fingern herausragte.
"Jetzt wird es gleich ein bisschen wehtun, Goldlöckchen." Der Körper der Diebin spannte sich und er zog den Pfeil mit einem Ruck heraus.
23.4.06 13:33


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