Kreuz und quer durch Faerûn

 

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Kapitel 2, 59


"Was ist?", fragte Vandra verwirrt, als sie nicht entdecken konnte, was Xians Blick so magisch angezogen hatte. Er hatte irgendwo an ihr vorbei in die Menschenmenge gestarrt, aber Vandra konnte beim besten Willen nicht ausmachen, auf was oder auf wen.
"Xian?", fragte sie nach, als keine Antwort kam und sie immer noch nicht wusste, was er so angestarrt hatte. Sie drehte sich wieder zu ihm um, aber er war wie vom Erdboden verschluckt.
"Xian?! Xian!" Wo war der Kerl hin? Die Tür zum Tempel war geschlossen, aber auf dem Platz vor dem Tempel konnte sie ihn auch nicht entdecken.
Centaurea am 1.8.06 20:40


Kapitel 2, 58.


Wie gebannt folgten Xians Augen der Münze nach... bis sie an etwas anderem haften blieben. Ein Mann in einer teuren Robe stand nicht weit von ihnen entfernt. Er hatte seine Kaputze tief ins Gesicht gezogen. Ein Mitglied der Verhüllten Magier! Langsam bewegte er seinen Kopf in seine Richtung. Xian war, als bliebe ihm das Herz stehen. Gleichzeitig kroch eine Gänsehaut über seinen Körper. Oh nein!
Xian verlor keine Zeit. Ohne weiter nachzudenken, hechtete er der massiven Tür des Tempels, öffnete sie einen Spalt breit und huschte lautlos hinein.
Drachja am 1.8.06 19:17


Kapitel 2, 57.


Vandra fragte sich noch, ob das nun hieß, dass er bei Kopf ging oder dass er nicht ging, beschloss aber, diese ungeklärte Frage zu ihren Gunsten zu nutzen. Sie warf die Münze in eine angemessene Höhe, fing sie auf und legte sie auf den Handrücken. Nachdem sie die rechte Hand weggenommen und einen Blick auf die Münze geworfen hatte, verkündete sie: "Zahl. Ich hab gewonnen, du gehst."
Centaurea am 1.8.06 18:51


Kapitel 2, 56.


Mit feuchten Händen wühlte Xian nun seinerseits in einer Tasche seines Umhangs und zog ein angelaufenes Kupferstück hervor.
Dann schnippte er es Vandra zu... naja er traf nicht ganz ihre Richtung. Aber geschickt wie sie war, fing sie es doch.
"Ich nehme den Kopf."
Drachja am 1.8.06 18:48


Kapitel 2, 55.


Vandra knurrte missmutig. "Na schön." Irgendwann mussten sie ja ohnehin hinein. Noch einmal holte Vandra mit der Hand aus, um die Tür zu öffnen.
Es ging nicht. Sie konnte sich nicht überwinden, die Klinke anzufassen. Verdrossen stemmte sie die Hand in die Hüfte und kratzte sich mit der anderen beiläufig an der Nase.
Dann kam ihr eine Idee. Mit erhobenem Zeigefinger meinte sie: "Lass uns eine Münze werfen!" Gewohnheitsmäßig glitt ihre Hand an die Hosentasche, in der sonst etwas Kleingeld war, als ihr wieder einfiel, dass die Tasche leer war. Noch einmal knurrte sie und klopfte auf die leere Tasche.
Fragend sah sie Xian an: "Du hast nicht zufällig eine Münze dabei?"
Centaurea am 31.7.06 21:25


Kapitel 2, 54.


Xian überlegte kurz. Eigentlich war es bis jetzt fast immer Cernd gewesen, der sich in vorderster Reihe gehalten hatte. Aber den konnten sie ja wohl schlecht holen.

"Eben drum! Du hast viel mehr Erfahrung darin, in vorderer Front zu stehen. Ich würde nur große Fehler machen. Geh du", meinte er fast weinerlich.
Drachja am 31.7.06 21:16


Kapitel 2, 53.


Vandra runzelte die Stirn. Musste er jetzt noch dumme Fragen stellen? Musste er sie so ansehen?!
"Taranis. Wir fragen uns einfach durch." Warum musste es aber auch ausgerechnet ein Priester des Helm sein? Ein Talosprieser, ein Priester des Oghma oder Mask, das hätte so schön einfach sein können. Vandra fühlte sich so beobachtet, als stünde Helm direkt hinter ihr.
"Ich... ich will nicht vorgehen. Ich geh sonst schon immer vor", erklärte sie ein wenig zickig.
Centaurea am 31.7.06 21:10


Kapitel 2, 52.


Als Vandra ihre Frage stellte, wurde Xian aus den Gedanken gerissen. Auf dem Weg hierher hatte er sich nicht besonders wohl gefühlt. Überall konnte das Auge eines Verhüllten Magiers lauern... war es in so einer Situation klug, den Tempel eines Gottes zu betreten, der alles sah?
Nun, ihm war nicht bekannt, dass Priester sich gerne mit Magiern abgaben. Aber... man wusste ja nie.
Er blickte Vandra mit großen Augen an. "Wieso ich? Ich äh... weiß doch gar nicht, nach wem wir suchen."
Drachja am 31.7.06 21:02


Kapitel 2, 51.


Vandra war zu gleichen Teilen froh, nicht in Cernds Begleitung durch die Straßen von Atkatla ziehen zu müssen, und sauer, dass er sie die ganze Arbeit allein tun ließ.
Bald betraten sie den Brückenbezirk und standen kurz darauf vor dem Eingang des Helmtempels. Vandra war noch nie im Tempel des Gottes der Wächter und Beschützer gewesen. So ließ sie ihren Blick erst einmal über die schwere Eichentür gleiten, in die kunstvolle Ornamente geschnitzt waren. Über der Tür war in großen, kalten Lettern ein Spruch gemeißelt:

"Helm sieht alles. Wisset dies und seid gerichtet."

Vandra zog die Hand, die sie gerade ausgestreckt hatte, um die Tür zu öffnen, so hastig wieder zurück, als hätte sie sich gerade irgendwo verbrannt. Was für ein unangenehmer Gedanke, immer und überall beobachtet zu werden. Wusste er wirklich alles?
"Äh...", wandte sie sich an Xian. "Nach dir." Mit einer einladenden Geste bedeutete sie ihm, einzutreten.
Centaurea am 31.7.06 20:24


Kapitel 2, 50.


Cernd runzelte die Stirn und musterte sie seinerseits. Konnte er diese beiden Chaoten wirklich allein lassen? Andererseits… Er blickte auf die Rüstungsteile an seinem Bett, derer er sich gestern Abend entledigt hatte. Um sie anzuziehen würde er sicher zu lange brauchen. Und unbeaufsichtigt hier lassen wollte er sie auch nicht. Er traute weder dem Gasthaus noch seinen Gästen.
"Vielleicht habt ihr recht. Ich werde hier bleiben und auf die Sachen aufpassen. Na dann beeilt euch." Er blickte zu dem Magier, der seufzend eine Finger in den Haferbrei steckte und diesen dann ableckte und danach eifrig nickte. Es dauerte nicht lange, bis die beiden aus dem Zimmer waren. Cernd war es recht. Er ließ sich erneut auf das Bett nieder und ließ sich sein Frühstück schmecken.
Drachja am 31.7.06 20:21


Kapitel 2, 49.


Das durfte doch nicht wahr sein. Da schliefen sie schon unnötig lang, da hielten sie sie nun auch noch weiter auf. Es war zum aus-der-Haut-fahren!
Mit einer gehörigen Portion Ungeduld und einem Hauch Selbstgefälligkeit antwortete Vandra: "Ich habe einen Informanten gefunden. Ein Priester des Helm, der ebenfalls nach Nalia sucht."
Sie musterte Cernd noch einmal und ergänzte dann nachdenklich: "Vielleicht sollten Xian und ich besser allein zu ihm gehen..."
Centaurea am 23.7.06 21:43


Kapitel 2, 48.


Nachdem Xian und Cernd die Diebin eine Weile verständnislos angestarrt hatten, fand der Krieger seine Sprache wieder. "Moment mal. Wen zum Henker meint ihr? Wo sollen wir hingehen?" Langsam und noch etwas steif richtete er sich auf und verschränkte die Arme und machte damit klar, dass er nirgendwohin gehen würde, bevor er nicht wusste, worum es ging.
Drachja am 23.7.06 21:27


Kapitel 2, 47.


"Der elften Stunde!" Vandra sprang sofort auf. Wach war sie zwar schon gewesen, als Xian im Bett neben ihr Lärm gemacht hatte, der Tote hätte wieder aufwecken können, aber sie hatte sich gewohnheitsmäßig wieder in sanftan Schlummer fallen lassen.
"Wenn der weg ist - den finden wir nie!", rief sie und warf beinahe die Schüssel, die neben ihr stand, um. "Essen können wir auch noch später. Du liebe Güte, ist es wirklich schon so spät?! Warum hat mich keiner geweckt?!", regte sie sich mehr über sich selbst als über die anderen auf.
Sie blieb an der Tür stehen, als ihr offenbar keiner folgte. "Bewegt euch, wir müssen los!", drängte sie ungeduldig.
Centaurea am 23.7.06 21:26


Kapitel 2, 46.


Etwas Raues strich an Xians Wange entlang. Murmelnd drehte er sich auf den Rücken und schlief weiter. Doch das raue Etwas kam wieder. Diesmal legte es sich auf sein ganzes Gesicht und drückte ihm die Luft ab. Prustend und plötzlich hellwach richtete sich Xian auf und griff nach dem störenden Objekt, entfernte es von seinem Gesicht und blickte ihm vorwurfsvoll entgegen. Seine Pseuodrachin zirpte leise und glotzte zurück. Xian seufzte. Er konnte diesen robinroten Äuglein einfach nicht böse sein. Er nahm seine tierische Vertraute wie ein Baby in den Arm und kraulte ihr den Bauch, wofür er ein wohliges Schnurren erntete. Ein grummelndes Geräusch aus seiner Magengegend mischte sich darunter.
Der Magier blickte sich im Zimmer um und stellte fest, dass seine beiden Gefährten noch im Reich der Träume weilten. Kurz überlegte er, Cernd zu wecken und um ein paar Münzen zu ersuchen, um sich ein Frühstück zu besorgen. Aber er wagte es nicht. Der Jähzorn des riesigen Mannes war nicht zu unterschätzen. Das hatte er inzwischen gelernt. Naja... er hatte ja selbst noch ein paar Kupferstücke in der Tasche... Xian setzte Grallam ab, schlich leise aus dem Zimmer, wich geschickt einer im Gang liegenden Schnapsleiche aus und begab sich zur Küche.
Wenige Minuten später fand er sich mit drei großen Schüsseln voll gesüßtem Haferbrei wieder im Zimmer ein. Cernd war inzwischen auch wach... nun zumindest schlief er nicht mehr. Er saß auf dem Bett und blickte Xian leicht verschlafen und überrascht an.
"Guten Morgen!", flötete er dem Söldner betont fröhlich zu.
"Frühstück gefällig?"
Selbst Vandra lugte ein paar Zentimeter unter ihrer Decke hervor und äugte zu Xian herüber.
Schmunzelnd drückte er dem Krieger eine Schüssel in die groben Hände, schlenderte zu der Diebin hinüber und hielt ihr ebenfalls eine Schale entgegen.
"Nun trenn dich schon von deinem Kissen. Der Tag nähert sich bereits seiner elften Stunde. Konntest du etwas über den Verbleib unserer Fürstentochter herausfinden?"
Drachja am 11.7.06 19:22


Kapitel 2, 45.


Vandra beäugte die Münzen, die Cernd ihr zugeworfen hatte, kritisch. Das würde reichen, um sich einen Met zu bestellen, aber um Informationen zu bekommen? Sie verzog abschätzig das Gesicht, als sie plötzlich am Handgelenk ergriffen wurde. Instinktiv schloss sich ihre Faust um die Münzen, damit sie ihr nicht runterfielen, und ebensoschnell schaffte sie es, ihren Arm mit einer kleinen Drehung wieder freizubekommen. Als ihr Blick auf ihr Gegenüber fiel, erstarrte sie jedoch.
"Oh Mann!", beschwerte sie sich. Musste der Kerl seine Augen denn unbedingt überall haben?!
"Wieder im Lande, Vandra?", grinste Kretor breit. "Und ich sehe, du hast mir was mitgebracht. Nicht viel, aber ein weiterer Schritt auf dem Weg zu deiner Schuldenfreiheit. Wenn du dann bitte so freundlich wärst..." Nun war es an ihm, die Hand fordernd auszustrecken.
"Och nö!", protestierte sie schmollend, "Das hier ist wichtig! Du weißt doch, dass man manchmal etwas investieren muss, um etwas Größeres zu gewinnen. Das hier ist meine Investition!"
"Das hast du schon die letzten Male gesagt, Vandra, wir haben dir schon lange genug Aufschub gewährt. Es bräuchte schon eine sehr gute Ausrede diesmal."
"Und die hab ich auch!", erwiderte Vandra, "Wirklich! Ein Auftrag, sehr ertragreich, und praktisch ohne Risiko!"
Einen Augenblick lang sah Kretor sie unwillig und forschend an, dann zog er sie an einen der etwas abseits stehenden Tische und meinte: "Na schön, du hast eine Minute, um mich zu überzeugen."
"Es ist ganz einfach", begann Vandra, nachdem sie sich gesetzt hatten, und fuhr dann bedeutungsvoll fort: "Fürst D'Arnise persönlich hat mich beauftragt, seine Tochter zu finden. Wenn ich das geschafft habe, kann ich die Schulden auf einen Schlag zurückzahlen. Ich brauche nur ein wenig Schmiergeld. Wobei mir einfällt: Du hast doch eigentlich deine Augen überall, hast du sie nicht zufällig gesehen?"
Kretor schwieg. Nachdenklich, aber offensichtlich auch über so viel Dreistigkeit verdutzt. Abwartend sah Vandra ihn an. Sie wusste, dass er wusste, dass er das Geld viel eher wiedersehen würde, wenn er ihr half, auch wenn ihm sicher nach anderem zumute war.
"Ich hab sie das letzte Mal vor über zwei Zehntagen hier gesehen. Und ich habe keine Ahnung, wo sie ist", antwortete er schließlich und Vandras Hoffnungen sanken ins Unermessliche. Wenn nicht einmal Kretor es wusste, wie konnte sie Nalia dann jemals finden?
"Aber du bist nicht die einzige, die das wissen will. Seit einer Weile kommt hier noch jemand her, der ab und an nach ihr fragt." Vandra wartete, ob er noch mehr sagen würde, und fragte dann ungeduldig nach: "Wer?!"
Wortlos streckte Kretor die Hand aus, woraufhin Vandra ihm verärgert die Münzen in die Hand drückte.
"Ein junger Priester des Helm", antwortete er dann und gab ihr die Beschreibung. "Und damit wolltest du jemanden bestechen?!", fragte er ungläubig mit einem Blick auf das Geld. "Frag nicht", antwortete sie augenrollend, "Ich habe das Los gezogen, mit einem Oger zusammen reisen zu müssen. Und einem Magier, aber der ist eigentlich ganz in Ordnung." "Tja, wenn du Geld hättest, ließe sich das ja beheben...", stichelte Kretor.
"Oh, bring mich nicht auf dumme Ideen", knurrte sie zurück. "Also: Wo finde ich diesen... Taranis, sagtest du? Wo finde ich ihn?"
"Wo wird man wohl einen Priester des Helm finden, hm?" Sie hob abwehrend die Hände. "Hey, es hätte ja sein können. Tja, dann mach ich mich am besten gleich mal auf den Weg", meinte sie und stand auf. "Äh, Vandra?" "Hm?" "Taranis dürfte sehr viel besser auf dich zu sprechen sein, wenn du ihn nicht aus dem nächtlichen Schlaf reißt." "Oh", machte Vandra und setzte sich wieder. "Frühaufsteher, hm?" Auf sein Nicken hin seufzte sie: "Ich würde sehr viel besser auf ihn zu sprechen sein, wenn er mich nicht aus dem nächtlichen Schlaf reißen würde... Ich hoffe wirklich, dass er uns auch weiterhelfen kann." "Das solltest du auch", erwiderte Kretor und stand nun seinerseits auf. "Du hast dein Glück schon lange genug strapaziert. So, dann geh ich mal wieder an die Arbeit. Lass dir mit deinem Auftrag nicht zu viel Zeit!" "Sicher. Viel Erfolg. Und danke, dass du mir immer den Rücken freihältst", strahlte sie ihn an. Kretor verdrehte die Augen und verließ die Kuperkrone. Vandra überlegte, sich noch einen Met zu bestellen, schätzte aber, dass Bernard ihr sicher nicht noch mehr Kredit einräumen würde. Dass sie das letzte Mal bezahlt hatte, war eine ganze Weile her. Und da es überdies auch schon recht spät war, wenn man bedachte, dass sie morgen ja eher aufstehen wollte, beschloss sie, ganz langweilig ins Bett zu gehen.
Sie fragte Bernard nach der Unterkunft und betrat kurz darauf das Zimmer.
Centaurea am 9.7.06 17:58


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